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Die Spinnentiere (Arachnida)
sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda). Gemeinsam
mit den Pfeilschwanzkrebsen bilden sie den Unterstamm der Kieferklauenträger
(Chelicerata).
Ihr Körper ist in mindestens zwei Teile, Cephalothorax (Kopfbrust)
und Abdomen (Hinterleib), unterteilbar. Es sind acht Laufbeine
vorhanden.
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| Stammgruppe: |
Urmünder (Protostomia) |
| Überstamm: |
Häutungstiere (Ecdysozoa) |
| Stamm: |
Gliederfüßer (Arthropoda) |
| Unterstamm: |
Kieferklauenträger (Chelicerata) |
| Klasse: |
Spinnentiere (Arachnida) |
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Fortpflanzung und Entwicklung
Bei der Fortpflanzung gibt es diverse Variationen. Da alle Arten
landlebend sind, gibt es sehr häufig eine innere Befruchtung durch
penisähnliche Strukturen (etwa bei Weberknechten). Die Männchen
anderer Gruppen wie etwa den Skorpionen sowie die meisten Milben
legen Spermienpakete (Spermatophoren) ab, die von den Weibchen aufgenommen
werden. Die Männchen der meisten Webspinnen befüllen ihre Bulbi
in den Pedipalpen an ihrem eigene Geschlechtsorgan oder an selbst
gewebten Spermatophoren. Die Bulbi werden bei der Paarung in die
Epigastralfurche der Weibchen eingeführt.
Skorpione 
Die Skorpione (Scorpiones) sind eine Ordnung der Spinnentiere
(Arachnida). Weltweit sind etwa 1400 Arten bekannt. Skorpione
erreichen Körpergrößen zwischen 9 Millimetern bei der Art Typhlochactas
mitchelli und 21 Zentimetern bei den Kaiserskorpionen (Pandinus
imperator) und Hadogenes troglodytes. Sie leben vorwiegend in
sandigen oder steinigen Böden oder in Bodennähe der Tropen und Subtropen,
Wüsten und Halbwüsten. Wenige Arten sind kletternde Baumbewohner,
Wanderer oder Höhlenbewohner und halten sich als Kulturfolger in
der Nähe menschlicher Behausungen auf. Es gibt nur eine geringe
Anzahl von Arten, deren Stich für den Menschen tödlich sein kann.
Geißelskorpione
Die Geißelskorpione (Uropygi) sind eine Ordnung der Kieferklauenträger
und zugleich der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit sind
etwa 180 Arten bekannt, die zwei sehr unterschiedlichen Unterordnungen
zugeordnet werden können. Die Zwerggeißelskorpione (Schizomoida)
erreichen Körperlängen von maximal 18 mm, demgegenüber sind die
Vertreter der Thelyphonida bis 75 mm lang (ohne Schwanzanhang).
Die Tiere bewohnen die Tropen und Subtropen.
Geißelspinnen
Die Geißelspinnen (Amblypygi) sind eine Ordnung der Kieferklauenträger
und zugleich der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit sind
nur 100 Arten dieser Tiere bekannt, die eine Körpergröße von 10
bis 45 mm erreichen. Fast alle Geißelspinnen leben in den Tropen
und Subtropen, die meisten in Regenwäldern. Im Mittelmeerraum kommen
zwei Arten vor, eine davon auch in Europa. Durch ihren flachen Körper
sind die Geißelspinnen in der Lage, sich unter Steinen zu verstecken.
Sie bewegen sich meist langsam und ertasten mit ihren Fühlerbeinen
die Umgebung, häufig bewegen sie sich dabei seitwärts. Ihre Beute
(Grillen, Motten und andere kleine Gliederfüßer) ertasten sie mit
Hilfe dieser Beine und packen sie blitzschnell mit den zu Fangzangen
umgewandelten Pedipalpen.
Webspinnen
Die Webspinnen (Araneae), häufig auch als echte Spinnen
oder einfach nur als 'Spinnen' bezeichnet, sind die bekannteste
Ordnung der Spinnentiere (Arachnida), einer Klasse der Gliederfüßer
(Arthropoda). Mit 38.998 bekannten Arten (Platnick, 2005)
in 110 Familien sind sie nach den Milben (Acari) die artenreichste
Ordnung der Spinnentiere.
Webspinnen leben räuberisch und ernähren sich meist von
erbeuteten anderen Gliedertieren, besonders Insekten, die sie aussaugen.
Hierzu werden die Beutetiere zunächst mit einem enzymhaltigen
Verdauungssaft aufgelöst, welchen die Spinne in ihr, mit den
Kieferklauen, getötetes Opfer einbringt . Viele Spinnenarten
bauen Netze, um ihre Beute einzufangen. Die Gespinste weichen bei
den verschiedenen Gattungen im Aussehen stark voneinander ab. Oft
halten sich die Spinnen in der Nähe der Netze in röhren-
oder trichterartigen Verstecken auf. Es gibt aber auch viele Spinnen,
die vagabundieren und ihre Beute im Lauf oder Sprung überfallen.
Fast sämtliche Webspinnen sind Landtiere, die sich am Tage
oft verborgen halten und nur in der Dämmerung oder nachts aktiv
sind. Sie sind über den ganzen Erdkreis verbreitet, doch finden
sich in den heißeren Zonen die meisten und größten
Arten. Die einzige Spinnenart, welche im Wasser lebt, ist die Wasserspinne
(Argyroneta aquatica). Allerdings gibt es eine Reihe von
Arten, die auf der Wasseroberfläche jagen.
Palpenläufer
Die Palpenläufer (auch Tasterläufer) (lat. Palpigradi) sind
eine Ordnung der Kieferklauenträger und zugleich der Spinnentiere
(Arachnida). Weltweit sind knapp 80 Arten bekannt, die Körperlängen
von nur zwei bis drei Millimetern erreichen. In Europa sind 26 Arten
(mit Unterarten 34) bekannt.
Der Körperbau der Palpenläufer erinnert an den der Geißelskorpione, da bei ihnen ebenfalls der Hinterleib in einem mehrgliedrigen Flagellum endet. Auffällig ist auch hier das erste Laufbeinpaar, welches wie bei den Geißelspinnen und Geißelskorpionen zu langen Tastorganen mit vermehrter Anzahl der Beinglieder angelegt ist. Die Pedipalpen sind beinartig und werden als Laufbein benutzt. Die Kieferklauen (Cheliceren) sind relativ groß und werden zum Festhalten der Beute (kleine Springschwänze) vor dem Mund eingesetzt. Die Palpenläufer sind vollkommen farblos und besitzen keine Augen.
Pseudoskorpione
Die Pseudoskorpione (Pseudoscorpiones) sind eine Ordnung
der Kieferklauenträger und zugleich der Spinnentiere (Arachnida).
Weltweit sind etwa 3.000 Arten bekannt, die Körperlängen von nur
zwei bis sieben Millimetern erreichen, etwa 100 Arten sind auch
aus Mitteleuropa bekannt.
Pseudoskorpione finden sich vor allem am Boden in der Laubauflage
sowie in Moospolstern und Pilzmatten. Sie kommen in beinah allen
Landlebensräumen vor, inklusive der Meeresküste (Steinküsten,
beispielsweise die größte Art Garypus beauvoisie)
sowie in menschlichen Behausungen (Bücherskorpion (Chelifer
cancroides)). Einige Arten lassen sich von Fliegen, Käfern
oder anderen großen Insekten transportieren (Phoresie),
um neue Habitate zu finden. Dabei sind besonders in den Tropen einige
Arten direkt mit spezifischen Käferarten gekoppelt, unter deren
Flügeldecken sie leben und sich auch paaren.
Wie fast alle Spinnentiere leben auch die Pseudoskorpione von anderen,
kleineren Gliederfüßern wie Springschwänzen, die
sie mit den Pedipalpenscheren ergreifen. An der Scherenspitze münden
bei den Pseudoskorpionen Giftdrüsen, mit deren Hilfe sie die
Opfer töten. Arten mit großen Scheren zerreißen
ihre Beute, kleinere Arten beißen ein Loch in die Körperhülle
und saugen ihre Opfer aus.
Walzenspinnen
Die Walzenspinnen (Solifugae, auch Solpugida) bilden
eine Ordnung der Spinnentiere (Arachnida), die etwa 800 bis
900 Arten umfasst.
Charakteristisch sind der deutlich gegliederte, langgestreckte,
meist in seiner ganzen Breite dem gegliederten Cephalothorax angewachsene
Hinterleib, die sehr großen, am Grund blasig aufgetriebenen,
scherenförmigen Kieferfühler (Cheliceren), die senkrecht
gegeneinander arbeiten, beinförmige Kiefertasterpaare (Pedipalpen),
zwei Augen und in zwei lange Fußklauen auslaufende Beine,
welche mit langen, spröden Haaren besetzt sind, während
der Leib von dichtem Filz bedeckt ist.
Als Sinnesorgane besitzen die Walzenspinnen ein Paar große
Einzelaugen direkt über dem Chelicerenansatz sowie ein bis
zwei Paar reduzierte Seitenaugen. Hinzu kommen lange Tastborsten
sowie Haftorgane auf den als große Tastbeine ausgebildeten
Pedipalpen sowie jeweils fünf hammerförmige Organe (Malleoli)
am letzten Beinpaar, die wahrscheinlich als Chemorezeptoren dienen.
Auch das erste Laufbeinpaar wird als Fühlerbein genutzt, sodass
die Walzenspinnen nur auf sechs Beinen laufen.
Die Walzenspinnen leben meist in Trockengebieten, Wüsten und
Steppengebieten, einige Arten sind im Mittelmeerraum zu finden.
Die meisten Arten sind nacht- oder dämmerungsaktiv und verbringen
den Großteil des Tages in selbstgegrabenen Wohnröhren
unter Steinen. Die nordamerikanische Art Mossamedessa abnormis lebt
allerdings weitgehend unterirdisch.
Walzenspinnen ernähren sich in erster Linie von Insekten,
Webspinnen, Skorpionen, anderen Walzenspinnen und sogar kleinen
Reptilien. Sie suchen aktiv nach Beute, die durch die Pedipalpen
festgehalten und durch die schweren Cheliceren aktiv zerkleinert
wird. Die Nahrung wird außerhalb des Körpers vorverdaut
und gelangt bereits in breiigem Zustand in den Verdauungstrakt.
Giftdrüsen fehlen diesen Tieren. Bei Gefahr drohen die Walzenspinnen
dem potentiellen Angreifer mit den Cheliceren, wobei einige Arten
auch durch das Aneinanderreiben der Zangen stridulieren können.
Ihr Biss ist sehr schmerzhaft und kann große Schwellungen
hervorrufen.
Weberknechte
Die Weberknechte (Opiliones) gehören zu den Kieferklauenträgern
und sind eine Ordnung der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit
sind etwa 4000 Arten bekannt, die Körperlängen von 2 bis
22 Millimetern erreichen. Die Weberknechte enthalten Arten, die
gedrungen und milbenförmig sind, daneben aber auch die bekannten
langbeinigen Arten. Die größten Vertreter der Weberknechte
sind Trogulus torosus mit einer Körperlänge von 22 mm
sowie Mitobates stygnoides mit nur 6 mm Körperlänge, aber
mit 160 mm langen Beinen.
In Mitteleuropa sind etliche Arten der Weberknechte gefährdet
und stehen auf der Roten Liste. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen,
dass sie wegen ihrer Lebensweise besonders leicht mit Bodenfallen
gefangen werden können und ihre ökologischen Ansprüche
daher im Gegensatz zu den echten Webspinnen relativ gut untersucht
sind. Des weiteren muss man annehmen, dass Weberknechte sehr ortstreu
und daher besonders empfindlich sind. Sie haben ein großes
Potenzial für die Bioindikation, das aber aus Ermangelung an
Interesse an den Spinnentieren nur gering genutzt wird.
Im Unterschied zu den Webspinnen ist das Kopfbruststück (Prosoma)
der Weberknechte nicht vom Hinterkörper (Opisthosoma)
getrennt, außerdem verfügen sie weder über Gift-
noch über Spinndrüsen. Weberknechte werden daher von Arachnologen
nicht als echte Spinnen bezeichnet.
Kapuzenspinnen
Die Kapuzenspinnen (Ricinulei) sind eine Ordnung der Kieferklauenträger
und zugleich der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit sind
etwa 40 Arten bekannt, die in tropischen Wäldern Afrikas und
Südamerikas leben.
Kapuzenspinnen sind, wie beinahe alle Spinnentiere, Jäger
und fressen verschiedene kleine Gliederfüßer, vor allem
Springschwänze. Diese werden mit den verlängerten zweiten
Laufbeinpaar ertastet und gefangen, indem sie zwischen die Fußglieder
und den Unterschenkel eingeklemmt werden. Von den scherenbewehrten
Pedipalpen und Cheliceren wird die Beute dann zerkleinert.
Milben
Milben (Acari) sind eine Ordnung der Spinnentiere (Arachnida)
im Stamm der Gliederfüßer. Milben stellen mit über
20.000 Arten die größte Gruppe der Spinnentiere. Da sie
die kleinsten Gliederfüßer (Arthropoda) sind,
ist davon auszugehen, dass viele Arten noch gar nicht entdeckt wurden.
Milben haben sehr viele Lebensräume besiedelt. Rund die Hälfte
der bekannten Arten lebt im Boden, wobei bei guten Bedingungen einige
hunderttausend Milben pro Quadratmeter Platz und Nahrung finden.
Unter den Lebensräumen befinden sich allerdings auch so ungewöhnliche
wie beispielsweise Affenlungen, Nasenlöcher von Vögeln
und Tracheenöffnungen von Insekten. Auch die meisten Menschen
beherbergen Milben, beispielsweise an den Haarwurzeln der Augenwimpern.
Während Spinnen ausschließlich räuberisch leben
und alle im Großen und Ganzen einen ähnlichen Körperbau
haben, unterscheiden sich Milben auf Grund ihrer verschiedenen Lebensweise
untereinander viel stärker. Die kleinsten Milben sind nur etwa
0,1 Millimeter groß. Die größten sind Zecken, bei
denen die Weibchen im vollgesogenen Zustand bis zu 3 cm erreichen
können. Wie Webspinnen haben sie auch acht Beine, obwohl sie
im Larvenstadium oft nur 6 Beine besitzen.
Da Milben nicht besonders schnell sind, benutzen etliche von ihnen
andere Tiere wie beispielsweise Insekten als Transportmittel. Dabei
saugen einige Milben während des Ritts die Körpersäfte
ihres Wirtes.
Systematik
Zu den Spinnentieren zählt man neben den ausgestorbenen Seeskorpionen
die folgenden Taxa (nach Weygoldt und Paulus (1979)).
- Spinnentiere (Arachnida)
- Lipoctena
- Megaperculata
- Geißelskorpione (Uropygi) in zwei morphologisch
sehr unterschiedliche Unterordnungen aufgeteilt:
- Thelyphonida
- Schizomida (auch Zwerggeißelskorpione)
- Labellata
- Geißelspinnen (Amblypygi)
- Webspinnen (Araneae)
- Gliederspinnen (Mesothelae)
- Opisthothelae
- Vogelspinnenartige (Mygalomorphae) ca. 2500
Arten
- Echte Webspinnen (Araneomorphae) ca. 36.000
Arten
- Apulmonata
- Palpenläufer (Palpigradi)
- Holotracheata
- Haplocnemata
- Pseudoskorpione (Pseudoscorpiones)
- Walzenspinnen (Solifugae)
- Cryptoperculata
- Weberknechte (Opiliones)
- Acarinomorpha
- Kapuzenspinnen (Ricinulei)
- Milben (Acari)
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